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Wichtige Tipps für das Leben und Arbeiten als Architekt/in in Mexiko

Motivation

Als allererstes sollte man sich bewusst machen, welche persönlichen und beruflichen Erfahrungen man sucht. Der zweite Schritt ist es, mit den Leuten die einen am besten kennen darüber zu sprechen. Sie werden einen hinterfragen oder bestätigen. Meine zuvor gut überlegte Motivation war mein Halt in den schwierigen Monaten. In den Momenten in denen ich sie dann vergass, erinnerten mich meine Freunde und Familie immer wieder daran und ich merkte, dass ich mich nicht grundlos auf den Weg gemacht hatte, bzw. es half mir, zu überprüfen, ob ich das Experiment Mexiko weiterhin wagen möchte. Aus meiner Sicht kann die Suche nach folgenden persönlichen und beruflichen Erfahrungen in Mexiko-Stadt als Motivation dienen:


  • Die Suche nach freundlicher und kollaborativer Zusammenarbeit mit den Arbeitskollegen

  • Die Suche nach einer sehr dynamischen und vielfältigen Architekturszene

  • Die Suche nach Gelassenheit: Mexikaner/innen finden immer eine Lösung

  • Die Suche nach einem regen Austausch mit Handwerken. Industrielle Produkte sind oft teurer als das gewünschte Detail mit dem Handwerker zu entwickeln.

  • Die Suche nach dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ – so wird Mexiko oft von Unternehmern beschrieben. In der Architektur ist tatsächlich sehr vieles möglich, dadurch dass weniger gesetzlich vorgeschrieben ist als in europäischen Ländern. Oft fehlt jedoch das Budget.

  • Die Suche nach kulturellem Reichtum und einer faszinierenden jahrtausendalten Geschichte

  • Die Suche nach einem sozialen Umfeld, das einen schnell und ohne wertende Haltung aufnimmt. Mexikaner/innen machen es sich zur Aufgabe jedem Ausländer zu helfen sich zu Hause zu fühlen. Freundschaften sind hier unbeschreiblich wertvoll.

  • Die Suche nach Lächeln und Freundlichkeit: Überall wo man hingeht – selbst in der Grossstadt Mexiko-Stadt – begrüssen die Menschen einen mit einem warmen Lächeln. Noch nie habe ich ein Land wie dieses erlebt, das selbst bettelnden Obdachlosen mit Freundlichkeit begegnet.

  • Die Suche nach Weiterentwicklung und lebensverändernde Erfahrungen: man lernt nicht nur das Land und eine neue Kultur kennen sondern man lernt auch sich selber besser kennen. Weit weg von allem, was man bisher kannte, ist man auf sich selbst gestellt.


Man nimmt ein Risiko auf sich auf, in eine unbekannte Welt einzutauchen. Nie darf man jedoch vergessen, dass man jederzeit in sein Heimatland zurückkehren kann. Ich habe mich immer wieder gefragt: „Was habe ich zu verlieren / Was habe ich zu gewinnen?“


Bewerbung

Das digitale Zeitalter und namentlich Skype ermöglichen den Bewerbungsverfahren über Distanz. Technisch funktioniert das Ganze (wenn das Internet funktioniert) grundsätzlich gut. Dafür gibt man seiner Intuition in diesem Rahmen wenig Raum. Man kriegt kein Gefühl für die Büroräumlichkeiten und der generellen Stimmung im Büro. Doch aufgrund der Distanz und der Flugkosten macht es kaum Sinn, nur für die Bewerbung nach Mexiko zu fliegen. Nach Mexiko zu kommen, um sich direkt vor Ort zu bewerben und hier auf eine Antwort, bzw. den Arbeitsstart und das Visum zu warten, klingt sinnvoll. In meinem Fall hat sich das Warten als sehr schwierig herausgestellt.

Von vielen habe ich gehört, dass sie sich vor Ort beworben haben und die ersten Monate bis das Visum ankam bereits das Büro unterstützen durften und finanziell (schwarz) entschädigt wurden. Man erhält in Mexiko ein Touristen-Visum für 6 Monate. Für uns Europäer fühlt sich das Arbeiten ohne Genehmigung komplett illegal und nicht richtig an, was auch grundsätzlich stimmt. Die mexikanischen Behörden erschweren es dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber hingegen so sehr, dass diese Haltung meines Erachtens angemessen ist. Unter „Visum“ erkläre ich dazu mehr.


Auch wichtig zu wissen ist, dass in Mexiko enorm viel über Kontakte läuft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Antwort auf eine Bewerbung um ein vielfaches steigert, wenn ein Kontakt im Spiel ist. Das klingt erstmals für einen Ausländer ohne Kontakte ernüchternd. Der grosse Vorteil ist aber, dass Mexikaner/innen enorm hilfsbereit sind. Diese Aussage mag komisch erscheinen, aber sie stimmt: Kennt man über zwei Ecken einen Mexikaner, wird dieser sehr wahrscheinlich helfen.


Die Schweizer Universitäten sind den mexikanischen Architekten bekannt. Bei den europäischen Universitäten im Allgemeinen bin ich mir nicht sicher. Die Arbeitserfahrung im Lebenslauf ist wiederum etwas abstrakter ausser man hat in einem weltbekannten Schweizer Büros gearbeitet. Wichtig ist es daher, ein überzeugendes Portfolio vorzuweisen und im Lebenslauf die genaue Arbeitserfahrung zu nennen.


Wo bewerben?

Ich teile hier meine persönliche Liste von Architekturbüros in Mexiko-Stadt. Die Liste ist völlig ohne Wertung der Arbeitsverhältnisse und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Lediglich schätze ich in etwa die Bürogrössen zum jetzigen Zeitpunkt ein.

  • Kleine Architekturbüros mit max. 10 Mitarbeitern: LANZA Atelier, Max von Werz, Zeller Moye, Frida Escobedo, Hector Barroso, Pedro y Juana, ANTNA, APRDELESP

  • Mittelgrosse Architekturbüros mit 10-25 Mitarbeitern: Dellekamp Schleich, MMX, Productora, Alberto Kalach, CCA, Ambrosi Etchegaray, Perez Palacios

  • Grosse Architekturbüros ab 30 Mitarbeitern: Tatiana Bilbao Estudio, Rozana Montiel, Mauricio Rocha + Gabriela Carrillo, Javier Sánchez (JSA)

Wichtig ist es aus meiner Sicht zu versuchen, bereits so viel wie möglich über die Arbeitsbedingungen und besonders über die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erfahren bevor man einem Job zusagt. Die Zufriedenheit ist natürlich eine emotionale Bewertung und hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise kann eine schwierige Auftragslage die Situation innerhalb eines Büros temporär auf die Probe stellen. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist zugleich das A und O eines Büros und besonders wichtig, wenn man einen Neustart in einem fremden Land unternimmt. Hier spielt die Intuition eine grosse Rolle. Für mich gilt oft, wenn mehr als 4-5 Personen eine ähnliche Erfahrung gemacht haben, liegt meistens etwas dran.


Gehalt in Mexiko als Architekt und Lebenskosten

Die finanzielle Situation ist für mich die grösste Herausforderung. Verglichen mit der Schweiz verdient man hier als junger Architekt äusserst schlecht. Im Vergleich zum Grossteil der mexikanischen Bevölkerung verdient man wiederum richtig gut. Laut der mexikanischen Statistik von INEGI verdienen nur 4.5% der mexikanischen Bevölkerung mehr als 13'000 MXN (660 CHF/USD). Die Lebenskosten in Mexiko-Stadt sind laut Numbeo landesweit am höchsten.


Ich teile hier meine Einschätzung zu Löhnen in Architekturbüros, die sich auf Entwurf und Gestaltung spezialisieren (vor dem Steuerabzug, inkl. Unfall-/ medizinische Notfallversicherung – meistens ohne weitere Krankenversicherung, Altersvorsorge, Sozialversicherung). Der Lohn hängt sehr stark von der Grösse und der generellen Einstellung des Büros ab.

  • „Junior“ Architekt mit 0-2 Jahren Erfahrung: 9'000 – 14'000 MXN (460-715 CHF/USD)

  • Architekt mit 2-5 Jahren Erfahrung: 15'000 – 18'000 MXN (765-920 CHF/USD)

  • „Senior“ Architekt 5-10 Jahre Erfahrung: 19'000 – 24'000 MXN (970-1220 CHF/USD)

  • Projektleiter: 22'000 – 30'000 MXN (1120-1530 CHF/USD)

Auf der Seite von Numbeo können die Lebenskosten der jeweiligen Länder verglichen werden. Vergleicht man Zürich mit Mexiko-Stadt dann müsste ich in meinem Falle 32’000 MXN verdienen, um den gleichen Lebensstandard, den ich als junge Architektin in Zürich hatte, zu halten. Unverhältnismässig teuer im Vergleich zum Lohn sind die Mieten in Mexiko-Stadt.


Der Lohn als junge Architektin in Mexiko-Stadt reicht für mich nicht aus, um ein Flugticket in die Schweiz zu zahlen, bzw. um zu Sparen. Beschränkt man seine Erfahrung in Mexiko auf einen gewissen Zeitraum, ist es einfacher, mit dem – in meinem Verständnis – tiefen Lohn zurecht zu kommen. Gerade wenn man aus der Schweiz kommt, verzichtet man in Mexiko zwangsläufig auf seinen (hohen) Lebensstandard und Sicherheit in vielen Bereichen. Ohne weitere Einnahmequelle ist es fast unmöglich, sich mit diesem Hintergrund hier eine Zukunft vorzustellen.


Arbeitszeiten und Ferientage

Dieser Abschnitt bezieht sich auf meine Erfahrung und die einiger Freunde:

Wochenarbeitszeit in Architekturbüros liegt zwischen 42.5 – 45.5 Stunden. Hinzu kommen im Durchschnitt wöchentlich 3-5 Überstunden die unterschiedlich geregelt werden. Lediglich 6 Ferientage sind gesetzlich pro Jahr vorgegeben. Die meisten Architekturbüros vereinbaren mit ihren Mitarbeitern 10-15 bezahlte Ferientage. Zusätzlich können max. 5-10 unbezahlte Ferientage bezogen werden.


In der Statistik der OECD wird Mexiko als das Land aufgezeigt, in dem stundenmässig am meisten gearbeitet wird. Im Vergleich zur Schweiz habe ich bisher mitbekommen, dass tatsächlich mehr Zeit im Büro verbracht wird. Die Arbeitszeit ist aber in meiner Wahrnehmung entspannter. Viele nutzen die Arbeitszeit auch um zwischendurch private Angelegenheiten zu erledigen.

Sprache

Die Landessprache ist Spanisch. Durch die Nähe zu den USA und vielen amerikanischen Expats in Mexiko-Stadt sprechen viele Mexikaner/innen etwas Englisch. Dies zählt besonders für Architekturbüros. Um mit Fachplanern und Handwerkern zu kommunizieren, kommt man nicht drum herum die Landessprache zu lernen, wie in jedem Land.


Mündliche Zusagen, Versprechen und Geduld

Im Schweizer Verständnis sind mündliche Jobzusagen bindend. Auch werden Versprechen, die einem mündlich gemacht werden, meist von beiden Seiten ernst genommen. Man fühlt sich nicht ernst genommen oder gar betrogen, wenn die Versprechen und Zusagen nicht eingehalten werden.


Ich habe mit grosser Ernüchterung festgestellt, dass in Mexiko mit mündlichen Vereinbarungen und Zusagen sehr viel lockerer umgegangen wird. Das Wort „ahorita“ ist stellvertretend für die mexikanische Mentalität in diesem Zusammenhang. Übersetzt bedeutet es „jetzt-lein“ und ist eine sehr vage Aussage. Es kann von „in einer Minute“ bis hin zu „überhaupt nie“ bedeuten. Aus mexikanischer Freundlichkeit werden Sachen versprochen. Ob das Versprechen später auch eingehalten wird, steht in den Sternen. Für uns Europäer ist dies sehr schwierig einzuschätzen. Vielleicht sollte man von Anfang an freundlich erklären, dass man ein anderes Verständnis für Zusagen und Versprechen hat und um eine Präzisierung bitten, so dass Konflikte später vermieden werden können.


Ohne Geduld und Verständnis für die mexikanische Mentalität geht man hier die Wände hoch. Hier entsteht aus meiner Sicht die grösste Kulturkollision. Es ist eine der herausforderndsten Gelassenheitsübungen für mich.

Generell haben die Mexikaner/innen auch ein anderes Zeitgefühl. Alles geht hier langsamer vonstatten. Insbesondere alles was mit Behörden zu tun hat. Auch wenn als Bearbeitungszeit offiziell 4-6 Wochen angegeben werden, kann es gut sein, dass es schlussendlich 4-6 Monate dauert. Glücklicherweise gilt dies nicht für die Planung und Erstellung von Gebäuden bei einem guten Projektverlauf (wenn die Finanzen nicht gestoppt werden). Die Planungs- und Bauzeiten scheinen sich aus meiner Sicht nicht stark von der Schweiz zu unterscheiden.

Visum

Dieses Thema hat mich sehr viele Nerven gekostet. Für das Visumverfahren verlässt man sich am besten auf die neue Arbeitsstelle. Sie werden helfen, die Unterlagen zusammenzustellen und die ersten Formulare auszufüllen. Offiziell sollte das Visumverfahren vier bis sechs Wochen dauern. Falls ein Büro sich auf diese offizielle Dauer des Visumverfahrens bezieht, ist es wichtig, nach ihrer ehrlichen Einschätzung zu fragen, wie lange es wirklich dauert. Denn ich kenne niemanden, bei dem diese Dauer eingehalten wurde. Bereits vor dem Regierungswechsel waren es eher 3 Monate. Nach Regierungswechsel mussten sich die Leute 4 bis 5 Monate gedulden, ohne irgendeine Ahnung zu haben, wie lange sie noch warten müssen. Man muss damit rechnen, dass das Visumverfahren nicht berechenbar ist. Es ist enorm wichtig, mit dem zukünftigen Büro zu vereinbaren, wie die Wartezeit gehandhabt wird. Ansonsten steckt man in Mexiko fest und hat keinen Anhaltspunkt, wann man anfangen kann zu arbeiten. Diese Erfahrung hat mich sehr viel Geld gekostet.


Nach einer unbestimmten Zeit (ca. 1-5 Monaten) erhält man dann ein Dokument mit einer Genehmigungsnummer (NUT-Nummer), die einem ermöglicht einen Termin bei einem mexikanischen Konsulat (wichtig: ausserhalb Mexikos) zu vereinbaren. Man hat 30 Tage Zeit, um diesen Termin zu vereinbaren. Je nachdem in welchem Land man zum mexikanischen Konsulat geht, ist dies besser oder schlechter organisiert. Im besten Falle erhält man das provisorische Visum gleich beim ersten Termin im Konsulat. Im schlechter organisierten Konsulat in Guatemala musste ich drei Mal zum Konsulat und etwa 35 CHF/USD zahlen. Mit diesem provisorischen Visum reist man (erneut) nach Mexiko ein.


Für die nächsten Schritte muss man immer wieder ins Migrationsbüro in Mexiko-Stadt. Zuvor muss man einen Haufen Papierkram ausfüllen und eine Rechnung von 4000 pesos (200 CHD/USD) zahlen. Mit dem Architekturbüro muss zuvor vereinbart werden, wer die Kosten trägt. Diese Zahlung entspricht der Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung von einem Jahr. Das Migrationsbüro ist beeindruckend ineffizient. Man muss jeweils mit mindestens 2 Stunden Wartezeit rechnen.

Nach 2-3 Besuchen im Migrationsbüro ist wieder Warten angesagt, um die Aufenthaltsgenehmigungs-Karte FM2 zu erhalten. Nur mit dieser Karte kann man sich bei den Steuerbehörden anmelden und ein Bankkonto eröffnen. Im Migrationsbüro gab man mir an, ich würde meine Karte FM2 in 2 Wochen erhalten. Schlussendlich erhielt ich die Karte 2.5 Monate später.


Die erste Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung, als „Residente temporal“ bezeichnet, ist für ein Jahr gültig. Sie kann anschliessend auf gesamthaft vier Jahre verlängert werden.

Steuerregelung und Steuerbehörde SAT

Grundsätzlich werden in zwei Regelungen unterschieden: Angestellter „Asalariados“ und freier Mitarbeiter „Honorarios“. Für das Unternehmen ist es aufwendiger, Architekten als „Angestellte“ einzustellen. Zugleich erleichtert es dem einzelnen Architekten vieles einen Vertrag als Angestellter zu haben. Das Unternehmen ist unter dem System „Asalariados“ verpflichtet eine Sozialversicherung für seinen Mitarbeiter abzuschliessen sowie seine Mitarbeiter von der Gewinnbeteiligung profitieren zu lassen. Als freier Mitarbeiter muss man monatlich und jährlich eine Steuererklärung ablegen. Die monatlichen Steuern belaufen sich auf etwa 20% des Gehaltes, wenn man nicht so viele Rechnungen (Einkäufe, Restaurant, etc.) wie möglich deklariert, die wiederum den Steuerbetrag reduzieren. Da das System gerade für Ausländer komplex ist, ist man auf die Hilfe von einem Buchhalter angewiesen. Diese kosten wiederum monatlich in etwa 500 Pesos. Einziger Vorteil, den ich bei der Regelung des freien Mitarbeiters „Honorarios“ sehe, ist dass man für verschiedene Unternehmen tätig sein kann, falls man dies möchte.

Um wie zuvor beschrieben seine Steuern unter der Regelung „Honorarios“ anhand deklarierter Rechnungen reduzieren zu können, muss man zwingend seine FM2-Karte haben. Denn nur mit dieser Karte und der damit verbundenen „RFC“-Nummer kann man sich in der Steuerbehörde SAT anmelden. Falls man bereits seine Arbeitsbewilligung hat und vor Erhalt dieser Karte mit der Arbeit beginnt, sollte man unbedingt mit dem Architekturbüro vereinbaren, was es für die Steuern bedeutet. Dies ist sehr wichtig, denn man hat keine Möglichkeit die 20% Steuern zu diesem Zeitpunkt zu reduzieren. Aus Sicht vieler meiner Architektenfreunde muss hier ein Kompromiss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefunden werden. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, die dem Unternehmen zur Verfügung stehen. Zeigt sich das Büro nicht bereit, ein Kompromiss zu finden, dann ist es definitiv nicht der richtige Ort für einen ausländischen Architekten, der bereits einen grossen persönlichen und finanziellen Aufwand betrieben hat.


Jobwechsel

Stellt sich heraus, dass es nicht die passende Stelle ist, ist man nicht an diesen Job gebunden. Die Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung gilt für ein Jahr. Man hat 90 Tage Zeit dem Migrationsbüro den Arbeitswechsel bekannt zu geben. Es wurde mir von verschiedenen Seiten gesagt, dass es äusserst schwierig ist, dem Ausländer die Genehmigung wieder zu entnehmen.


Gesundheit

Hier nützt es nichts um den heissen Brei herumzureden. Man kann sich noch so gut vorbereiten, noch so viele Probiotika zu sich nehmen, noch so vorsichtig sein bei der Restaurant-Wahl: die Montezumas Rache erwischt früher oder später jeden. Überall verstecken sich die für uns ungewohnten Bakterien. Gründe dafür sind beispielsweise niedrige Hygienestandard und teils unzureichende Kühlung der Nahrungsmittel. Das Leitungswasser in Mexiko ist das Paradies der Bakterien. Da muss man durch.


Wichtig: Internationale oder Schweizer Krankenversicherungen decken die Arztbesuche oft nicht ab.


Zu guter Letzt...

...wurde ich oft gefragt, weshalb eine Schweizer Architektin sich dafür entscheidet, in Mexiko zu leben. Auch ich habe mich das in den letzten Monaten oft gefragt. Und die Antwort ist schlussendlich simpel: wegen den unendlich herzlichen, freundlichen und höflichen Menschen sowie einer dynamischen Architekturszene, die mich ganz einfach packt.

© LEARNING FROM MEXICO 2019 by Laure Nashed

 Die Beiträge von «learningfrommexico» entstehen in Zusammenarbeit mit der Schweizer Architekturzeitschrift werk, bauen + wohnen.

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