© LEARNING FROM MEXICO 2019 by Laure Nashed

 Die Beiträge von «learningfrommexico» entstehen in Zusammenarbeit mit der Schweizer Architekturzeitschrift werk, bauen + wohnen.

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«Learning from Mexico»

Als ich im Januar dieses Jahres in der winterlichen Schweiz das Projekt „learning from Mexico“ aufgleiste, war ich mir der Mehrdeutigkeit des Titels nicht bewusst. Ich suchte einen einfachen Blognamen, der unmissverständlich mein Ziel in Mexiko aufzeigen würde: Ich möchte von diesem Land lernen und das Gelernte weitergeben. Spontan und ohne gross zu Hinterfragen traf ich meine Wahl.


Erst zwei Monate später während einer Taxifahrt durch Mexiko-Stadt mit Arturo Ortiz (Interview folgt) sollte mir klar werden, wieso viele meiner Architektenfreunde nicht verstanden, was ich mit diesem Blognamen meine. Alle vermuteten, ich beziehe mich auf eine der einflussreichsten Veröffentlichungen der Architekturgeschichte: learning from Las Vegas. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich keine Sekunde an das Werk des kürzlich verstorbenen Robert Venturi und seiner Partnerin Denise Scott Brown gedacht hatte. Teilweise entgehen einem die offensichtlichsten Dinge. Arturo machte mir Komplimente zum gewählten Blognamen, denn auch er vermutete die Anlehnung an das bekannte Buch. Ich bedankte mich und setzte mich sogleich an die Recherche, um das Kompliment vollständig zu verstehen.


Der Zufall wollte es, dass das Forschungsprojekt «learning from Las Vegas» tatsächlich einige Parallelen zu meinem Vorhaben aufweist. Natürlich ist die eindeutigste Gemeinsamkeit, dass ich ebenfalls eine Stadt erforsche und auf meine Weise zu verstehen versuche. Ich teile meine Beobachtungen in einem gewählten Format und schlage damit ebenfalls eine Sichtweise auf diese Stadt vor. Im Unterschied zu Venturi und Scott Brown gehe ich aber deutlich weniger methodisch und analytisch vor beim Entdecken von Mexiko-Stadt. Mein Annähern an die Stadt soll viel intuitiver geschehen und beinhaltet auch dessen Stadtbewohner. Die Leser begleiten mich auf meiner Entdeckungsreise durch Mexiko (mit Schwerpunkt Mexiko-Stadt) direkt über einen persönlichen Blog. Wichtiger Bestandteil meines Blogs werden Gespräche sein, die ich mit Architekten, Stadtplanern und Designern führen werde. Meine Gesprächspartner werden mir helfen, zu verstehen, was wir von Mexiko lernen können. Mich interessieren nicht nur Fakten sondern ich hoffe ebenfalls, Planer und Gestalter kennenzulernen, die mich in ihrer Haltung und ihrer Persönlichkeit inspirieren. Ich hoffe, die Gespräche können Impulse setzen und zum Nachdenken anregen.


Um auf den Vergleich mit der Stadtforschung von Venturi und Scott Brown zurückzukommen, ist ein weiterer Berührungspunkt, dass meine Erforschung von Mexiko aus einem vorurteilsfreien Interesse entstand. Nicht ohne Grund habe ich mich für ein Land entschieden, über das ich rein gar nichts wusste. Keine Ahnung zu haben heisst zugleich keine Vorbehalte zu haben. Nachdem ich die letzten Jahre in der Schweizer Architekturszene viel Wertung und «Déformation professionnelle» erlebt hatte, war es mir wichtig, einen Ort und seine Architektur aus meinen Augen erleben zu dürfen ohne bereits unzählige wertende Meinungen gehört zu haben. Es ist für mich essentiell, in Mexiko offene, möglichst unvoreingenomme Dialoge zu führen. Ebenfalls ganz wichtig ist es, dass ich mir Fehler erlaube. Nur so kann man sich aus meiner Sicht persönlich und beruflich weiterentwickeln.


Mit «learning from Mexico» möchte ich aufzeigen, dass auch in Mexiko beeindruckende Architekten leben, die herausragende architektonische Leistungen erbringen. «What can we learn from Mexico?» frage ich die Gestalter und Planer in den Gesprächen. Ich freue mich auf ihre Antworten.



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