© LEARNING FROM MEXICO 2019 by Laure Nashed

 Die Beiträge von «learningfrommexico» entstehen in Zusammenarbeit mit der Schweizer Architekturzeitschrift werk, bauen + wohnen.

Logo_wbw.gif
Suche

Im Gespräch mit Derek Dellekamp und Jachen Schleich

Mitten drin in der lärmigen Geräuschkulisse an der Plaza de la República in Mexiko-Stadt hat das renommierte Architekturbüro Dellekamp + Schleich seinen Sitz. Hier sieht der Besucher als Erstes, stolz auf einem schwarzen Sockel präsentiert, ein beeindruckendes Modell einer langgestreckten Holzstruktur. In Mexiko sind Holzbauten eine Rarität. Dass das Büro Dellekamp + Schleich sich in den letzten Jahren vermehrt an dieses Baumaterial herangewagt hat, steht im Zusammenhang mit einem Schweizer Projekt und dem Schweizer Büropartner Jachen Schleich.


2016 nämlich beauftragte die Schweizer Botschaft Derek Dellekamp und Jachen Schleich mit dem Entwurf für einen Pavillon: Die «Casa de Suiza» sollte in einem traditionellen Schweizer Baumaterial errichtet werden: Holz war vorgegeben. Die weiteren vagen Bedingungen waren dagegen eher typisch für Mexiko. Die Architekten begannen das Projekt ohne definiertes Programm und ohne den Standort zu kennen. Dies führte zu einer ausgeklügelten Lösung aus Kiefernholz mit Verbindungen aus Metall. Der Pavillon wurde aus multifunktionalen Dreiecksmodulen zusammengesetzt, die eine Anpassung an jegliche Gegebenheiten ermöglichen.


Einschränkungen im Budget und Projektunsicherheiten gehören in Mexiko zur Tagesordnung, erklärt Jachen Schleich im Gespräch. In einem zweiteiligen Interview erzählen die Architekten, wie sie mit den Herausforderungen des mexikanischen Architektenalltags umgehen und wie der dadurch entwickelte Ansatz ihre Architektur beeinflusst. Die konstruktiv unumgänglichen Elemente werden zum Protagonisten ihrer Entwürfe. Die Beiden fokussieren auf die Struktur, denn diese kann nicht aus dem Budget gekürzt werden. Ihre Lösungen umfassen eine Bandbreite von pragmatischen bis sehr kreativen Eigenschaften. Stets möglichst einfach gehalten, werden die Projekte an den jeweiligen Kontext angepasst. Auf ganz unterschiedliche Weise schaffen es Dellekamp + Schleich das Nötige und die Ästhetik zu verschmelzen.

«the structure is basically what the building is about» «our projects are super site-specific» «we don't see ourselves as innovators» «we believe that there is a wisdom in tradition that we are happy to integrate in our work»

Das Interview fand in englischer Sprache im Büro der Architekten statt. Trotz drittem Stockwerk taucht man beim Zuhören der Audioaufnahme in die mexikanische Geräuschkulisse ein. Im ersten Teil des Gespräches stellen sich die Architekten vor und sprechen über ihre Arbeitshaltung. Ab Minute 14:06 beschäftigen sich Jachen Schleich und Derek Dellekamp mit der Frage, was man von Mexiko lernen kann. Sie reden darüber, wie sie jeweils mit der mexikanischen Unberechenbarkeit umgehen. Schleich und Dellekamp stellen fest, dass die Lebensbedingungen in Mexiko näher an der globalen Realität liegen als in der Schweiz. Der Vergleich zur Schweiz ist durch die Herkunft von Jachen im Gespräch konstant präsent.


«conclusion for what can we learn from Mexico: a constant chaos is a constant creation» «most of the people in the world live in a reality like Mexico» «it’s a reality that does not allow you to ignore - it’s in your face» «the way to kind of respond to this is to protect the nature of the solution that we proposed is to make sure that it is just done with the absolutely necessary elements» «the best way to control this is to give up the control»

1. Links Jachen Schleich, rechts Derek Dellekamp 2. Modelle der Ersatzbauten nach dem Erdbeben 3. Casa de Suiza 4. Studio Roel 5.-6. Santurio Señor de Tula 7. Universidad IESEC © Dellekamp Schleich



Weiterführende Links:

- Instagram von Dellekamp + Schleich: https://www.instagram.com/p/BpaCfEHHkaf/


#DellekampSchleich #Gespräch