© LEARNING FROM MEXICO 2019 by Laure Nashed

 Die Beiträge von «learningfrommexico» entstehen in Zusammenarbeit mit der Schweizer Architekturzeitschrift werk, bauen + wohnen.

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Die ruhige Oase der «Biblioteca Mexico José Vasconcelos»

Es gibt wohl keinen Tag an dem ich nicht mindestens fünf Strassenverkäufer in Mexiko-Stadt singen oder rufen höre. Die Geräuschkulisse ist intensiv, gerade für Menschen die nicht in der Millionenstadt aufgewachsen sind.


Umso wichtiger ist es, Orte der Ruhe zu finden. Bei einem Spaziergang durch das historische Zentrum der Stadt bin ich über die dunkelrote, weit ausgedehnte Anlage der Biblioteca Mexico José Vasconcelos gestolpert. Das im 18. Jahrhundert entworfene Gebäude diente ursprünglich einer königlichen Tabakfabrik. Die Anlage wurde seither als Kaserne, Gefängnis, Waffenfabrik und seit 1946 als Bibliothek von Mexiko genutzt. Im Jahre 1987 wurde die Rekonstruktion und der Umbau des Gebäudes zu einer Bibliothek entschlossen. Der beauftragte Architekt Abraham Zabludovsky nahm sich zum Ziel, den historischen Bestand möglichst wenig zu verändern. Zabludovsky setzte leichte Stahlstrukturen und Glasschirme ein, um die vier grossen Innehöfe zu bedecken. Unter dem passenden Titel „Stadt der Bücher“ wurde die Bibliothek 2011-2012 von den Architekten Alejandro Sánchez y Bernardo Gómez Pimienta zur heutigen vielseitigen Bibliothek gestaltet.


Verschieden grosse Innenhöfe mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften, Nutzungen und Lichtverhältnissen strahlen jeweils ganz eigene Stimmungen aus. Kunstwerke verstärken den eigenen Charakter der Innenhöfe. In einigen Höfen wird geplaudert, geknutscht oder über das Studium diskutiert. Andere Höfe dienen nur der Zirkulation. Die absolute Ruhe ist dann in den Lesesälen zu finden. Das vielseitige Kulturzentrum ist der perfekte Ort zum Abschalten und ein paar ruhige Momente zu geniessen.